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Rothenbaum-Lizenzvergabe eine Farce?

erschienen am 27.09.2017 - Keine Kommentare
Tags: Rothenbaum Lizenzvergabe-Rothenbaum Michael-Stich Rothenbaumlizenz German-Open ATP500

Michael Stich und Philip Hammer (GF HSE)
Michael Stich und Philip Hammer (GF HSE)

Am Dienstag, 26.9.2017 äußerte sich Michael Stich in einem Pressegespräch zur Lizenzvergabe des Rothenbaumturniers durch den DTB. Der DTB hatte die Lizenz für das Rothenbaumturnier ab 2019 an den Österreicher Peter-Michael Reichel für fünf Jahre vergeben. Der DTB-Bundesausschuss, dem die 18 Präsidenten der DTB-Landesverbände angehören, war mit einfacher Mehrheit der Empfehlung des DTB-Präsidiums gefolgt.
 
Michael Stich bezeichnete das Vergabeverfahren als unfair und nicht transparent. Das von der Firma HSE (Hamburg sports & entertainment GmbH) zuletzt abgegebene Angebot in Höhe von 670.000 Euro scheint in den Angebotsvergleich nicht mehr mit einbezogen worden zu sein.
Für den Außenstehenden ergeben sich eine Vielzahl von Fragen. War die Lizenzvergabe bereits im Juli eine beschlossene Sache? Vor einigen Wochen wurde vom DTB die Frage an Michael Stich herangetragen, ob er unter einem anderen Turnierveranstalter als Turnierdirektor fungieren würde. Michael Stich lehnte dieses ab. Stand zu diesem Zeitpunkt der neue Turnierveranstalter bereits fest? Warum wurde die Bekanntgabe der Entscheidung auf September verschoben?
 
Plant der DTB die Durchführung der German Open in einer anderen Stadt? Hierauf lässt die in einer DTB-Pressemitteilung an die Stadt Hamburg geforderte Unterstützung bei der Reparatur des Stadiondaches schließen. Der DTB-Präsident Ulrich Klaus äußerte sich dahingehend, dass im Falle der Nichtunterstützung durch die Stadt man sich über alternative Standorte Gedanken machen müsse. Wie heißt diese Stadt mit einem vergleichbaren Stadion? Eigentlich ist der DTB vertragsgemäß für die Instandhaltung des Stadions am Rothenbaum zuständig. Getan wurde in der Vergangenheit allerdings vom DTB hierfür wenig bis nichts. Hamburgs Sportstaatsrat Christoph Holstein äußerte bereits, dass sich die Stadt nicht unter Druck setzen lasse.
 
Michael Stich äußerte, dass man beim DTB nach technischen Unterlagen über die Dachkonstruktion nachgefragt habe, da sich die Firma HSE nach Möglichkeiten einer Dachreparatur kümmern wollte. Es kam keine Antwort vom DTB. Offensichtlich war man an einer Zusammenarbeit mit Michael Stich von Seiten des DTB nicht interessiert.
 
Ist die Lizenzvergabe nach objektiven Gesichtspunkten erfolgt, oder hat der DTB einen Deal aufgrund persönlicher Beziehungen abgeschlossen?
Was waren die Kriterein, die die Basis für die Entscheidung des DTB-Präsidiums bildeten? Lagen diese Unterlagen in schriftlichr Form dem DTB-Bundesausschuss vor? Warum werden die Unterlagen für die DTB-Entscheidung nicht in der Öffentlichkeit publiziert? Warum wurde eine zukünftige Zusammenarbeit mit dem bisherigen Veranstalter offensichtlich nie in Erwägung gezogen?
 
Wenn die Entscheidung bereits im Juli gefallen war, warum wurde diese Alibi-Veranstaltung in Frankfurt noch durchgeführt?
 
Michael Stich akzeptiert die Entscheidung des DTB, hegt aber Zweifel an dem Verfahren.
 
Fazit: Der DTB hat eine Entscheidung für die Weiterführung der German Open getroffen. Es bleiben aber Zweifel an dem dubiosen Verfahren der Lizenzvergabe.
Jens P. Kröger
Tennisexperte hamburg-web.de 

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